Nichts gegen das sogenannte Super-Food aus fernen Ländern! Aber warum in die Weite schweifen, wenn das Gute so naheliegt? Leinsamen ist dafür ein perfektes Beispiel. Viele von uns kennen Leinsamen nur als verdauungsfördernde Beigabe zu Müsli und Co. Dabei haben die kleinen Alleskönner viel mehr zu bieten.

  • Leinsamen ist reich an Ballaststoffen
    Ballaststoffe sind Nahrungselemente, die zur Sättigung beitragen, während sie in der der Energiebilanz nur gering ins Gewicht fallen. Daher eignen sie sich hervorragend für alle Menschen, die auf ihr Gewicht achten bzw. es reduzieren möchten. Gleichzeitig wirkt sich die Zufuhr von Leinsamen positiv auf Verdauungsprobleme aus und beruhigt den gereizten Magen.
  • Leinsamen sowie Leinöl beinhalten viel Alpha-Linolsäure
    Leinöl besteht sogar aus bis zu 55 % aus Alpha-Linolsäure, während Distelöl nur mit ca. 11 % aufwartet, Walnussöl hat 13 %. Was die Alpha-Linolsäure so wertvoll macht: Sie wird im Körper zu den langkettigen Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) umgewandelt. EPA wiederrum wirkt sich sehr positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. DHA hält unser Hirn auf Trab und soll sogar dabei helfen können, Alzheimer vorzubeugen.
  • Leinsamen kann den Cholesterinspiegel senken helfen
    Um Nahrungsfette zu verdauen, braucht unser Körper Gallensäure. Diese bildet er aus Cholesterin. Da die Ballaststoffe aus dem Leinsamen Gallensäure bilden, wird entsprechend mehr Cholesterin zu Gallensäure umgewandelt. So kann der Cholesterinspiegel, begleitend zu einer entsprechenden Medikation, positiv beeinfluss werden.

Praxistipp: gute Quellen für Alpha-Linolsäure
Die Umwandlung von Alpha-Linolsäure im Körper ist von Natur aus eher ineffizient. Leinsamen und Nüsse (bzw. die daraus gewonnen Öle) reichen daher alleine nicht aus. Die zusätzliche Zufuhr von Fettfisch (z. B. Lachs oder Hering) ist hingegen absolut notwendig. Auch Eier, Käse und andere tierische Produkte sind gute Quellen für EHA und DHA. Allerdings fungieren sie nur dann als zuverlässige Lieferanten, wenn die Tiere natürlich aufwachsen. In der industriellen Mast hingegen bilden sich die wertvollen Inhaltsstoffe nur in sehr geringer Konzentration. Am besten kennt man die Kühe oder Hühner respektive den Bauern persönlich. Ist das nicht möglich, empfiehlt es sich, bestmögliche Qualität zu kaufen, wie sie beispielsweise im Biomarkt verfügbar ist.

  • Wer aufpassen sollte
    Leinsamen wirkt verdauungsfördernd und kann daher auch abführend wirken. Personen, die über manifeste Probleme in diesem Bereich verfügen oder unter Lebensmittelunverträglichkeiten bzw. Allergien leiden, sollten daher Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten. Vorsicht ist auch dann geboten, wenn man unter starken Blähungen neigt. In diesen Fällen kann Leinsamen das Problem (vorübergehend) durchaus verstärken.

Die kleinen Körner sind also wahres Super-Food direkt aus der Region. Sie sind es definitiv wert, dass Sie sie in Ihren Speiseplan einbinden. Probieren Sie es doch einfach einmal aus! Leinöl schmeckt beispielsweise wunderbar nussig, wenn Sie einen Esslöffel davon mit Naturquark oder Naturjoghurt kombinieren.
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Lassen Sie es sich schmecken und das mit gutem Gewissen!
Ihr Marcus Lauk, Gesundheitsphilosoph & Weltreisender