Seit mehr als 160.000 Jahren wandelt der Mensch auf der Erde.Gesundheitskarte In letzter Zeit allerdings immer weniger. Oder anders gesagt: Wir nutzen heute alle Möglichkeiten, um uns nicht mehr selbst bewegen zu müssen, lassen uns bevorzugt – dem technischen Fortschritt sei „Dank“ – bequem von Punkt A nach Punkt B bringen. Das ist evolutionär ein echtes Problem. Denn zum genetischen Programm des Menschen gehört die tägliche Bewegung.

Wer rastet, der rostet, sagt der Volksmund und hat damit – wie so oft – recht. Wer statt zu rasten immer nur rast, der begeht allerdings auch einen Fehler. Sowohl zu wenig Bewegung als auch zu viel sind der Gesundheit und einem langen Leben abträglich. Laut einer Langzeitstudie leben die Menschen am gefährlichsten, die sehr wenige Kalorien verbrennen (unter 1.000 pro Woche). Ihr Herzinfarktrisiko ist besonders hoch. Schon zwischen 1.000 und 2.000 Kalorien pro Woche verbessert sich die Lage erheblich. Das geringste Risiko haben Personen, die zwischen 2.000 und 3.000 Kalorien pro Woche „verfeuern“. Darüber steigen die Gesundheitsrisiken wieder leicht an. Für einen solch moderaten Kalorienverbrauch muss man beileibe keinen Leistungssport betreiben.

Kalorien: ab damit durch den Kamin
Der menschliche Körper ist ein Ofen, der ständig Kalorien verbrennt. Und das sogar dann, wenn wir uns gar nicht bewegen. Der sogenannte Grundumsatz bezeichnet das Glimmen im Ofen bei absoluter Inaktivität (unbekleidet, mit nüchternem Magen und bei 28 Grad Raumtemperatur). Mit diesem Kalorienverbrauch kann der Körper seine notwendigen Funktionen aufrechterhalten. Personenbezogene Einflussfaktoren, die den individuellen Grundumsatz beeinflussen, sind zum Beispiel Alter, Größe und Gewicht, Muskulatur und Körperfettanteil, schneller oder langsamer Stoffwechsel.

Wenn man diesen Ofen anheizen möchte, ist Bewegung das optimale Mittel. Auch hier wirken sich einzelne Faktoren auf das notwendige Maß an Bewegung aus, welches man benötigt, um 2.000-3.000 Kalorien zusätzlich zu verbrennen. Wer keine Lust hat, sich das Ganze mit recht aufwendigen Formeln durchzurechnen – oder durchrechnen zu lassen, dem können die folgenden Beispiele eine gute Anregung bieten:

  • Eine 80 kg schwere Person kann bei einer Stunde Badminton pro Woche bereits eine ordentliche Menge an Kalorien verbrennen. Genauer gesagt 12,6 Kilokalorien pro Kilogramm Gewicht. Das sind ca. 1.000 Kalorien, die als Brennstoff durch den Kamin gehen.
  • Wer in der gleichen Gewichtsklasse drei Mal pro Woche eine halbe Stunde mit dem Rad zur Arbeit fährt, (halbe Stunde hin, halbe Stunde zurück), kommt auf knapp 1.300 Kilokalorien.

Spontan und Spaß dabei!
Mit dem Taschenrechner durch das Leben zu laufen, macht alles unnötig kompliziert und schwierig.  Eine einfache Schlussfolgerung, die man aus solchen Rechenbeispielen ziehen kann, aber lautet: Wer sich schon im Alltag einigermaßen bewegt, der muss sich keine Gedanken machen über den Minimalverbrauch von 1.000 Kilokalorien pro Woche.

Wer dann mehr erreichen möchte, für den ist ein gezieltes Mehr an Bewegung in der Freizeit genau das Richtige. Das kann eine sportliche Aktivität im klassischen Sinne sein wie, muss es aber nicht.

Ganz wichtig: Quälen Sie sich nicht mit einem Sport, den Sie nicht ausstehen können! Und das nur, weil man damit angeblich schlank wird oder weil das jetzt alle machen. Egal, was Sie tun, haben Sie Spaß dabei. Hören Sie auf Ihr eigenes Körpergefühl und toben Sie sich ganz nach Lust und Laune aus. Beispielsweise bei einer spontanen Tanzeinlage im Regen oder beim Gartenumgraben am Wochenende. Lassen Sie Bewegung zu einem festen Teil Ihres Alltags werden, dann kommt die Motivation zu (noch) mehr Bewegung von ganz alleine.

Bewegung lässt uns länger leben
Laut der Adventist Health Studies erhöht regelmäßige Bewegung die Lebenserwartung um 2,73 Jahre – kaum ein anderer Faktor hat statistisch gesehen so großen Einfluss. Bringen Sie also (mehr) Bewegung in Ihr Leben!

Viel Spaß dabei wünscht Ihnen Ihr Marcus Lauk, Gesundheitsphilosoph und Weltreisender