Die erste Station meiner Weltreise zu den Langlebigen führte mich nach Ikaria, einer schwer zu erreichenden, griechischen Insel vor der Küste der Türkei. Ikaria ist ein ganz besonderes Fleckchen Erde im Mittelmeer, auf dem es ungemein gemütlich zugeht. Die Uhren scheinen stehengeblieben zu sein. Auf Ikaria leben gerade einmal 8.000 Menschen. Dabei entpuppt sich so mancher Einwohner, den man auf fitte 60 oder 70 schätzen würde, als lebensfroher 100-Jähriger. Woran das liegt? Hier auf Ikaria hat man verstanden, wie gesund es ist, den Dingen auch mal ihre Zeit zu lassen.

Zur entspannten Lebensweise der Langlebigen auf der Insel gesellt sich die berühmte mediterrane Küche. Mediterranes Essen hat nachweisliche positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Beispielsweise soll das Kochen mit Olivenöl gut sein gegen Herzinfarkt und andere Herzkreislauf-Erkrankungen. Hinzu kommen auf Ikaria zahlreiche, lange überlieferte Ernährungsregeln mit einst religiösem Ursprung wie das Fasten, von denen wir heute wissen, dass sie — richtig in den Alltag integriert —unserer Gesundheit guttun können.

Eine gesundheitsorientierte Ernährungsweise wie die der Ikarier ist reich an natürlichen Antioxidantien und schützt unseren Körper so gezielt vor oxidativem Stress. Hinzu kommt die Vorliebe der Inselbewohner für aktive Bewegung, eine perfekte Ergänzung zur gesunden und stressarmen Lebensweise. Dass dieses „Rezept für ein langes und gesundes Leben“ tatsächlich aufgeht, zeigt der hohe Anteil an Langlebigen, denen ich auf Ikaria begegnet bin.

Versuchen Sie es auch einmal mit weniger Zeitdruck und mehr (Lebens-)Qualität, auch wenn es um die Auswahl der täglichen Lebensmittel geht. Sie werden sehen, was Ihrem Körper hilft, tut auch der Seele gut.

Praxistipp: Weniger essen für mehr Wohlbefinden
Viele der 100-Jährigen auf Ikaria führen bis ins hohe Alter ein aktives Leben. Völlerei und Fresssucht sind ihnen fremd. Vielmehr leben sie eine natürliche Kalorienrestriktion. Es wird also langfristig etwas weniger gegessen, als möglich wäre. So halten sie ihren Lebensmotor fleißig am Laufen, ohne dem Risiko einer Mangelernährung ausgesetzt zu sein. Denn die tägliche Nahrung stammt großenteils aus der umliegenden Natur. Sie versorgt sie mit allem, was der Körper braucht. Da ist der Honig aus den eigenen Bienenkörben. Dazu genießt man Gemüse, Kräuter und Nüsse aus eigenem Anbau. Milch, Käse und Fleisch stammen meistens von den auf der Insel allgegenwärtigen Ziegen, die sich vom frischen Grün der Inseln nähren und hochklassige Produkte liefern.

Sie möchten Ihrem Körper mit einer Fastenkur auf die Sprünge helfen? Dann versuchen Sie es doch mal mit Kurzfasten. Intermittent-Fasting ist weniger strikt als klassisches Fasten und lässt sich gut in den Alltag integrieren. Hier erfahren Sie mehr…