Einfach mal die Zeit vergessen & das Essen wieder genießen

Für mein Buch “Steinalt und Kerngesund” bin ich zu den 100-Jährigen rund um die Welt gereist, um ihre Geheimnisse für ein langes und gesundes Leben zu erforschen. Besonders beeindruckt war ich von den Langlebigen auf Sardinien. Denn während bei uns der Jugendwahn tobt, werden die 100-Jährigen auf Sardinien als Old-Superstars verehrt. Familiär statt anonym, zeitlos statt rastlos: Vom sardischen Lebensstil lernen, heißt genießen lernen.

Essen ist Genuss

Sicher, Essen ist, neben Bewegung, mentalen bzw. sozialen Faktoren, nur eine Komponente für unsere Gesundheit. Unbestritten ist jedoch der Genuss, den Essen verschaffen kann. Dabei essen die alten Sarden so gut wie immer daheim, zusammen mit der Familie und/oder dem Freundeskreis. Fisch gibt es von alters her in den Bergen nicht, ansonsten ist die Kost typisch mediterran. Schafe, ihre Milch und der daraus gewonnene Käse stehen im Mittepunkt. Favabohnen (hierzulande als Ackerbohnen oder Saubohnen bekannt) sind sehr beliebt und tauchen in vielen Gerichten als Zutat auf.

Außerdem stehen auf der traditionellen sardischen Speisekarte: Obst und Gemüse, Gemüse und Obst – und dazu? Dazu gibt es natürlich viel Obst und Gemüse. Und zwar immer die Sorten, die man gerade vor Ort hat. Die ganzjährige Versorgung mit vielen Früchten der Natur, wie wir sie bei uns aus dem Supermarkt kennen, ist weitgehend unbekannt. Dazu passt, dass die älteren Bergsarden nicht nur kaum etwas aus den Kreisläufen der Natur entnehmen, sondern auch wenig in sie einspeisen. Wenn dort beispielsweise gerade die Pfirsichernte läuft, isst jeder Bewohner dort Pfirsiche, bis sie ihm quasi zu den Ohren herauskommen. Wirtschaftlich im großen Rahmen genutzt werden sie hingegen nicht.

Geheimnisse des Alltags – was wir von den alten Sarden lernen können
•    Zu seinen Werten und Überzeugungen stehen
•    Humorvoll dem Jugendwahn trotzen, das Alter feiern
•    Traditionelle regionale Spezialitäten zu Hause zubereiten
•    Sich an Obst und Gemüse der Saison satt essen

Praxistipp: echte „Lebens“mittel
Pecorino – ob als Frischkäse oder vollreifer Schnittkäse – verfügt über einen erhöhten Anteil an Omega-3-Fetten. Diese gelten als entzündungshemmend und können vor Störungen des Fettstoffwechsels, Diabetes und Übergewicht schützen. Gleichzeitig beinhaltet Pecorino vermehrt Tryptophan. Der Botenstoff wirkt sich positiv auf die Produktion des „Schlafhormons“ Melatonin aus. Eine gute Alternative zu sardischem Pecorino ist Bio-(Schafs-)Käse aus der eigenen Region.

Wer wie die Sarden sein Essen (öfter) selbst und frisch zubereitet, vermeidet unnötige Konservierungs- und Geschmacksstoffe. So kann man die Qualität der Nahrung erheblich verbessern. Durch Planen von Mahlzeiten und das Kombinieren von Basics wie z. B. Gemüse, Reis/Kartoffeln, Obst und Milchprodukten spart man im Vergleich zu einzelnen Fertigportionen sogar Geld. Dieses kann man dann in hochwertigere „Lebens“mittel investieren.

In diesem Sinne: Lassen Sie es sich also doch mal wieder gutgehen!

Das rät Ihnen Ihr Marcus Lauk,
Ihr Gesundheitsphilosoph und Weltreisender