In Okinawa, einer kleinen japanischen Insel, leben überdurchschnittlich viele 100-jährige. Die Insel zählt zu einer der vier Langlebigkeitsregionen dieser Erde. Ein Geheimins der alteingesessenen Okinawaner für ein langes und erfülltes Leben ist so simpel und für viele Menschen doch so schwer: sie pflegen lebenslange Freundschaften, genannt MOAI.

Als MOAI bezeichnen die Japaner eine Solidargemeinschaft, ein soziales Unterstützungsnetzwerk oder schlicht einen lebenslangen Freundeskreis außerhalb der Familie. Ihre intensiven und zuverlässigen Freundschaften pflegen die alten Okinawaner zum Teil schon ein Leben lang, soll heißen 100 Jahre. Im Alter in ein Netzwerk eingebunden zu sein, ist eines der Geheimnisse des glücklichen altwerdens.

Einsamkeit im Alter ist ein Problem

Einsamkeit ist nicht nur ein Thema für Senioren. In der Anonymität von Großstädten und zu Zeiten der beruflichen Mobilität mit häufig wechselnden Wohnorten leiden auch jüngere Menschen unter Einsamkeit. Arbeitskollegen oder Bekannte, sofern vorhanden, können oftmals richtige Freunde, auf die man sich verlassen kann, nicht ersetzen. Dabei ist es eine Sehnsucht des Menschen, eingebunden zu sein in eine größere Gruppe und dort Anerkennung und Verständnis zu erfahren. Und wie es die alten Okinawaner vormachen, ist es offenbar eine Voraussetzung für ein langes Leben.

Austausch und Anerkennung ist auch im Alter wichtig

Die älteren Okinawaner treffen sich regelmäßig und so oft sie können. Sie reden in lockerer Runde über alltägliche Dinge, die sie erlebt haben. Und sie helfen sich auch und unterstützen sich so gut es geht. Wenn immer ihnen danach ist, finden sie in ihrem MOAI – Freundeskreis Kommunikationspartner, Austausch und Anerkennung. Dort werden sie wie von einem imaginären Netz aufgefangen. Sie fühlen sich als Teil einer Gemeinschaft Gleichgesinnter, die dieselben Wertevorstellungen und Traditionen haben.

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